Wir schreiben den Zehnten des Monats, den Elften unserer Expedition. Es ist schwül-heiß hier in Lappland. Jedenfalls in dieser Hütte, in der ich sitze. Daniel ging soeben mit den Worten: "Ich geht jetzt mal schachten!" und wir haben das erste mal seit wir hier sind länger als 5 Minuten lang Nieselregen. Die Wände dieser Behausung spiegeln die Tatsache wider, dass Männer auf der ganzen Welt über ein kollektives Gedankengut verfügen, dass sich hauptsächlich darum dreht, wie mit den Mücken umzugehen ist, die eigentlich zu erst da waren, und wo auf der Welt man die willigsten Frauen vorfindet. Dazwischen dann natürlich noch Weltpolitisches.
Dieser Tag ist der Ruhe selbst gewidmet; wir wandern nicht. Ohnehin werden wir noch viel Zeit zu vergeuden haben, nachdem Max uns verlassen haben wird. Bis zum Treffpunkt sind es noch 25 km und von dem Berg, den ich heute bestieg, meine ich sogar besagtes Ziel erblickt zu haben.
Wir hatten Brot zum Frühstück. ECHTES BROT! Ich meine sowas, wo man reinbeißen kann und Widerstand spürt, nicht den üblichen Brei. Das hat dann auch erstmal 3 Stunden gedauert, bis wir aus dem Teig ein Etwas gemacht hatten.
Ich sah heute ungewöhnlich wenige Mücken. Sicher nur die Ruhe vor dem Sturm.
Von dem Berg, an dem unsere Zelte stehen, kann man den See erblicken, über den wir so beschwerlich ruderten von Aktse, dazu noch 2 weitere. Was erstaunlich ist, da die Seen hier wirklich von gigantischem Ausmaß sind. Man sieht hier keine Tiere, die größer sind als ein Vogel, findet aber Knochen, die zu einem Pferd passen würden. Haben die Vögel alle anderen Tiere ermordet? Sind wir die nächsten? Sind die Mücken gar nicht unsere wahren Feinde?