Meine Güte, gestern war ein Mörder-Tag. Skierfe wurde zwar leider doch nicht mehr bestiegen, aber zu erst mussten wir dreimal über den See bei Aktse rudern, da wir uns eine weitere teure Motorboot-Fahrt sparen wollten (und dafür sorgen mussten, dass auf jedem Ufer ein Boot lag). Danach gab es noch eine anstrengende Etappe durch ein zwar schönes, aber leider auch total Mückenverseuchtes Wald- und Sumpfgebiet. Unser nächstes Camp lag auch in eben diesem Gebiet, so dass der Abend leider auch eher kurz und schmerzlos (durch einen schnellen Rückzug ins Zelt) hinter uns gebracht wurde.
Heute hatten wir noch mal einen ziemlich anstrengenden Anstieg, aber wir wurden wie immer von der gigantischen Aussicht mehr als entschädigt.
Jetzt schlagen wir gerade unser Lager an einem Bergbach neben einer dieser kleineren "Windschutz-Hütten" auf und ich sitze gemütlich auf einem großen Stein in Wind und Sonne. Habe ich eigentlich schon mal den atemberaubenden Ausblick erwähnt? ;-)
So ist es nun an der Zeit das der vierte Ritter des Ordens der Ungewaschenen und gleichzeitig der Aushilfsknappe des dritten Ritters des Ordens der Ungewaschenen auch mal wieder etwas, in seiner Unwichtigkeit, von sich gibt:
Wie auf der vorigen Seite schon erwähnt, lagen beschwerliche Reisetage hinter uns bis wir zu diesem Ort der Ruhe und Enthaltsamkeit gelangten.
Dünn und hungrig liegen wir am Feuer, dessen Flammen gerade unser zweiter Ritter David K. schürt. Zur gleichen Zeit ist unser erster Ritter Sir Max von Willenberg dabei unsere strahlenden Rüstungen vom Blut der Heerscharen des Lord Mückos zu bereinigen. Bis jetzt ist die Schlacht noch nicht zu Ende gefochten, aber in wenigen Tagen schickt man uns Verstärkung und wir verlagern die Schlacht ins Hochland. Ich hoffe, dies wird uns einen strategischen Vorteil verschaffen.
Nun denn, dieser Eintrag endet nun bald, denn ich muss meinem Herrn noch den Bart zwirbeln , die Schuhe einfetten, die Rüstung polieren und den Arsch abwischen.
Es ist der zehnte Tag unserer Expedition und das Wetter ist uns immer noch gewogen. Mir ist inzwischen klar, dass Wandern in diesen Landen gleichbedeutend mit Klettern ist.
Während mein Knappe an meiner Rüstung herumwienert bin ich schutzlos, kämpfe ohne Schild gegen die Spione des Feindes. Der Kampf ist heldenhaft, wir sind wenige, ihrer müssen tausende sein.
Die Verlegung des Schlachtfeldes in die kargen Hochebenen scheint auch mir angebracht. Die Taktiken des feindlichen Heerführers haben wir in den letzten Schlachten zur Genüge studiert. Sind wir auf offenen Feld oder in Wäldern, lauern sie, warten auf gute Angriffsbedingungen (Windstille) und sobald eine fliegt starten alle. Ihr Ziel ist es mindestens eine ans Ziel kommen zu lassen.
Ziehen wir uns zurück in die Zelte, gehen sie zur Belagerung über und unterlassen ihre Kamikaze-Aktionen. Ihre Spione sitzen auf diesen Seiten, studieren unsere Pläne.
Ich hege die Vermutung, dass der Mückengott seine Jünger aussandte Menschenblut zu sammeln und es in ein Tal weit in den Bergen zu tragen, wo er das Blut mit dem Anti-Gerinnungsmittel der Mücken zu einem See vereint, um eines Tages seine Zuchtmücken zu benutzen, um auf einen Schlag so viele Krieger zu zeugen, dass die Welt in einem Flügelschlag genommen werden kann. Genug davon, mein milder Kamillentee ist fertig.