Wir sitzen grad auf einer wunderschönen steinigen Bergwiese und entspannen uns vom anstrengenden Aufstieg hier hinauf. Vorher sind wir von der Sitojaure-Hütte mit dem Motorboot (100 SEK p.P.) von einem freundlichen Sami auf die andere Seite des Sees gefahren worden. Leider haben wir erst hinterher bemerkt, dass es auch kostenlose Ruderboote gegeben hätte. Naja, whatever... An der Hütte haben wir auch noch leckeres Fladenbrot gekauft, was dann nach der Überfahrt genüsslich verspeist wurde.
Fortsetzung:
Nach unserer schönen Bergwiese zwischen Mártevarásj und Doaresoajvre (frag micht nicht, wie man das ausspricht) stand uns noch ein ganz schön anstrengender Abstieg bevor, aber inzwischen liege ich faul auf Daniels Isomatte auf einem schönen "Zelt-Platz" kurz vor der Aktse-Hütte im Wald. Hinter mir rauscht ein kleiner Bach und es brennt schon ein schönes Feuer. Morgen geht es vielleicht noch hoch zur Skierfe-Steilklippe, um die Aussicht ins Rapa-Delta zu genießen.
Selber Tag, Nachtrag.
Ich sitze auf einem bequemen Felsen, mein Blick gleitet über das Flußdelta durch das sich jenes klare Wasser den Weg in einen See ergießt, dessen Fassungsvermögen dem Menschenverstand eigentlich immer unfassbar bleiben muss und stelle fest, dass das was ich hier sehe der Grund für die Erfindung der Landschaftsmalerei sein muss, da ich keine Worte kenne, das zu beschreiben, was mir den Atem nimmt. Es ist so schön, dass ich es eigentlich nicht glauben kann. Ein Berg ragt über den Fluß so hoch, dass es wohl einen Tag kosten würde, ihn zu besteigen.
Die Männer singen, der "gute Pott" hilft ihnen dabei. Das Wasser ist heiß, der Pott harret meiner. Hier zu wandern hilft mir, die Mythologie dieser Länder zu verstehen, die anderswo so wirr scheint.
So, Gesang und "Pott" schreien nach mir.
P.S.: Eines schönen Tages wird im Brockhaus der Begriff "Max-Aktion" stehen, und es wird mit Auserwählung, Tollpatschigkeit und Schmerz zu tun haben.
Es ähem ... Es ist halb Elf und wir schlagen uns wie Orks in den Wald, trinken und singen. Ich bin satt, vermisse nichts... bis auf vielleicht ein kühles Weizen. Und das, obwohl die Mücken uns piercen... deshalb auch das Gekrakel; weil "Sie" mich fressen, während ich die Feder schwinge. Jeder Tropfen, den wir ihnen lassen, bringt hundert neue von ihnen hervor.
Seis drum... Seis drum, es ist das erste kleine Bergfest und wir werden sicher Helden sein, wenn wir das hier hinter uns haben und eine Mixtur aus Wehmut und Stolz in uns tragen, die uns nie verlassen wird. Ich bewundere den alten Lappen, der uns über den See fuhr, er hatte die Kraft, die Mücken zu ignorieren.
Oh Gott, die Flammen, das Feuer! Das Feuer nimmt Ausmaße an, die beinahe auf die Anwesenheit eines Balrogs schließen lassen. Der Steinhaufen von etwa einem Meter Durchmesser, der das Feuer fasste ist nun innerhalb des glimmenden Zentrums des Flammenreichs.
Mögen die Götter uns gnädig sein!